etwas gestern
steckte heute
tief im morgen
versteckt offenbarte
gestern was morgen
offenbar versteckte
heute blieb
verborgen
blieb gestern
ich sah
heute anders
als ich
gestern sah
heute
wurde was
morgen
gewesen war
am ende
würde
gestern
morgen
Du hast mich
schlafen lassen
und bist gegangen
Ich habe Dich
gehen lassen
und bin gestorben
Wir haben uns
sterben lassen
und sind gegangen
Du hast gelächelt
als Du gingst
habe ich geschlafen
Du hast geschlafen
als Du starbst
hast Du gelächelt
Wir sind gestorben
als wir schliefen
haben wir gelächelt
110904
Lange bunte Strudel fließen
auf den Abfluss zu -
Badetag
Ich sehe
wie Schmutz
zäh im Abfluss verschwindet
Überalterte Gerüche
Schweiß von gestern
und der Nacht davor
Blasse Schatten
auf meiner Haut
sind wasserlöslich
Du hast sie
mir gelassen
als Du gingst
Ich sehe Dich
Dein Gesicht mich
es vergeht im Strudel
Nichts von Dir
bleibt an mir
zurück. Nur ich.
110427
Augen
Blicke
Wortlos
Anonym
Innig
Flammen
Blitze
Sprühen
Funken
Blicke
Augen
040329
leise leise
leichte Schritte
weiches Kissen
sanfte Haut
milde milde
blaue Augen
öffnen leise
schließen gleich
strahlend glänzen
blonde Haare
rote Lippen
lächeln müd
040318
Die Nacht,
stumm,
schrie, spie:
gebar Dich, Mich
als es hell wurde.
Nichts war geschehen
wir waren einfach hier
ich wusste nicht
Du noch weniger
ratlos legten wir
die Köpfe ineinander.
Wir fanden keinen Halt
Du hieltst mich
ich hielt uns. fest-
umschlungen liefen wir:
Du zu mir, ich zu Dir
die Köpfe ineinander.
Die Tür stand offen
und fiel zu
einsam gingen wir
nach Hause:
Du zu mir, ich zu Dir.
100922
Zaunsfelder starren vor sich hin
Dahinter: Verwaiste Gärten
in denen alte Männer stehen
die Krückstöcke in der Luft
und zetern
Alles ist seltsam leer
Rabatten voller Kunstblumen
Die Bäume kahl
nur die alten Männer
schimpfen wie eh und je
Die Gärten sind innen hohl
manche faulen sogar noch
viele sind längst schon tot
nur die alten Männer
erinnern sich
Die Zaunsfelder sind leer
Ratten auf den Rabatten
kein Keim steckt in …
halt reist
aus.versehen
fängt alles
auf.genommen
hat sie alles
von ihm.bleibt
nicht viel.mehr
noch.wie viel
bleibt wenig?er
kommt nicht weit.er
bleibt stumm.manchmal
ist stille.so aufgeregt
will er es.nie
ruhe.ist nicht zu lieben
besser?als er
träume hatte,er-
zählte er sie
nicht.einmal er-
fährt sie davon
sie geht.nicht
ein wort kann
etwas ändern
100917
Im Matratzenschein liebten wir uns
Ich hier, Du dort.
Dazwischen: eine Lichtung.
Wie blutrünstige Schmetterlinge
gewitterten wir durch die schwangere Luft
Deine Brombeerbrust wellte mir entgegen
An einem sonnigen Hügel kam ich plötzlich
zum Stehen.
Ich hielt inne,
Du schautest innig herüber
Ja? fragte ich hin
Ja! befehltest Du zurück
Kein Priester weit und breit – zum Glück!
Ich war von Deinen Sinnen
Am Ende alles still
Nur von …