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sächsische Informations-Compagnie zu Berlin | Marcus Pauli

Archive for the 'ab/er/sehnt/sucht/voll' Category

Zur Gauck-Kritik

Die Reaktionen im Netz auf die Nominierung Joachim Gaucks haben mich auf zweierlei Weise entsetzt. Einerseits war die Schnelligkeit, mit der die Kritik in die Öffentlichkeit drang, auf eine negative Art beeindruckend. Es drängt sich mir der Eindruck …

21 February 2012 at 03:10 - Comments

Auf dem Weg zum Zorn.

Ich sage es gleich zu Beginn: Ich bin stinksauer.

Ich bin sauer, weil wir allem Anschein nach auf einem Niveau angekommen sind, wo man sich fragt, ob die Welt spinnt oder man selbst. Und obwohl man weiß, dass es die Welt sein muss, den Kopf duckt, die Füße still und die Faust in der Tasche hält. …

2 January 2012 at 22:06 - Comments

zeit/formen

etwas gestern steckte heute tief im morgen

versteckt offenbarte gestern was morgen offenbar versteckte

heute blieb verborgen blieb gestern

ich sah heute anders als ich gestern sah

heute wurde was morgen gewesen war

am ende würde gestern morgen

 

1 January 2012 at 23:57 - Comments

Exzessives Vergleichen.

Ich lerne ja immer dazu. Heute, also jetzt gerade eben erst, habe ich gelernt, dass es Sprachen gibt, die mehr als nur drei Formen kennen, um auszudrücken, wie etwas miteinander verglichen wird.

Wiederholung. Im Deutschen ist es recht einfach: Wir haben einen Positiv (Dieser Berg ist hoch.), einen Komparativ (Der da drüben ist aber höher.) …

9 November 2011 at 15:03 - Comments

Empörung. Eine ungehaltene Rede.

Im Frühjahr diesen Jahres habe ich einigen Versammlungen der Spanischen Revolution in Berlin beigewohnt. War der basisdemokratische Charakter eines offenen, gleichberechtigten Plenums zu anfangs noch spannend und weckte in mir Hoffnungen an die Kräfte der menschlichen Selbstorganisation, so sah ich recht schnell, dass es nach meinem Dafürhalten im Wesentlichen darum ging, der eigenen Unzufriedenheit …

17 October 2011 at 13:08 - Comments

karger Sommer

Du hast mich schlafen lassen und bist gegangen

Ich habe Dich gehen lassen und bin gestorben

Wir haben uns sterben lassen und sind gegangen

Du hast gelächelt als Du gingst habe ich geschlafen

Du hast geschlafen als Du starbst hast Du gelächelt

Wir sind gestorben als wir schliefen haben wir gelächelt

110904

4 September 2011 at 18:01 - Comments

Badetag

Lange bunte Strudel fließen auf den Abfluss zu - Badetag

Ich sehe wie Schmutz zäh im Abfluss verschwindet

Überalterte Gerüche Schweiß von gestern und der Nacht davor

Blasse Schatten auf meiner Haut sind wasserlöslich

Du hast sie mir gelassen als Du gingst

Ich sehe Dich Dein Gesicht mich es vergeht im Strudel

Nichts von Dir bleibt an mir zurück. Nur ich.

 

110427

28 April 2011 at 09:07 - Comments

Sekundenaffären

Augen Blicke Wortlos Anonym Innig Flammen Blitze Sprühen Funken Blicke Augen 040329

16 April 2011 at 14:56 - Comments

Das Regal

Windschief klammert sich das Regal an zwei Wände. Im untersten Fach stehen Kompendien zu Programmiersprachen, Datenbanksystemen, Mail- und Fileservern sowie verschiedene Wörterbücher. Sein Großvater hätte sich das angesehen und ein Motto darin erkannt. Vielleicht: Das Wichtige kommt immer zuletzt. Oder: Wissen gibt dem Leben Halt. Aber danach wäre er schon verzweifelt und kopfschüttelnd weggegangen: …

13 April 2011 at 22:18 - Comments

Sonntagmorgen

leise leise leichte Schritte weiches Kissen sanfte Haut

milde milde blaue Augen öffnen leise schließen gleich

strahlend glänzen blonde Haare rote Lippen lächeln müd 040318

27 March 2011 at 09:22 - Comments