• +++ WERBUNG +++

new website evolving…

sächsische Informations-Compagnie zu Berlin | Marcus Pauli

Söldnerunternehmen, die zweite

Nachdem ich mich vor einiger Zeit mit Söldnern, Söldnerunternehmen und dem Völkerrecht beschäftigt habe, wollte ich mich in dieser Arbeit mehr mit der Geschichte verschiedener Söldnerunternehmen und der Entwicklung des Unternehmenstypes befassen.

Bereits bei der ersten Arbeit zum Thema war ich der Ansicht, die südafrikanische Executive Outcomes (EO) sei der Prototyp des modernen Sölderunternehmens. Dies konnte ich präzisieren: Einerseits hatte EO bereits geistige Vorgängerunternhemen, die allesamt dem Umfeld des britischen Special Air Service (SAS) entstammen, andererseits ist es es selbst faktischer Vorgänger von Unternehmen wie Aegis Defense Systems (das sind die, die die Söldneraktivitäten im Irak koordinieren).

Eine grundlegende Eigenschaft des Söldnerwesens lies sich auch bei modernen Söldnerunternehmen feststellen: Die Abwesenheit aller Ideologien, die vom möglichen Umsatz ablenken könnten. So arbeiten ehemalige Spezialisten einer KGB/FSB-Einheit mit ehemaligen Mitgliedern des SAS in einem Tochterunternehmen der G4S gemeinsam zusammen. G4S selbst ist mit etwa 7,4 Mrd. GBP der weltweit umsatzstärkste Sicherheitsdienstleister, mit Securitas als wohl bekanntester Sparte.

Das nun folgende pdf ist also das Ergebnis. Wie immer ist es recht kompakt geschrieben, sodass ein Blick auf die Endnoten hin und wieder recht hilfreich sein könnte.

Marcus Pauli – Vom Söldner zum Dienstleister. Zur Genese der Private Military Companies

Permalink

| Leave a comment  »

21 January 2012 at 13:16 - Comments

Ja, toll

derliebemarcus posted a photo:

Ja, toll

lightbox.com/tvOjr5N

19 January 2012 at 18:50 - Comments

Untitled

derliebemarcus posted a photo:

Untitled

lightbox.com/xpGtuok

14 January 2012 at 22:20 - Comments

:-)

derliebemarcus posted a photo:

:-)

lightbox.com/h2rjPT8

13 January 2012 at 14:36 - Comments

Gentoo ebuild: Nginx With Support For Upstream Fair Proxy Load Balancer

Nginx is a powerful web server and therefore our choice. Unfortunately, the Gentoo ebuild is missing one essential extension: a load balancer that is querying the servers not via round robin but by their current load. Therefore, we had to extend the … Continue reading

10 January 2012 at 14:09 - Comments

Auf dem Weg zum Zorn.

Ich sage es gleich zu Beginn: Ich bin stinksauer.

Ich bin sauer, weil wir allem Anschein nach auf einem Niveau angekommen sind, wo man sich fragt, ob die Welt spinnt oder man selbst. Und obwohl man weiß, dass es die Welt sein muss, den Kopf duckt, die Füße still und die Faust in der Tasche hält. Doch dann sind da diese kleinen Momente, in denen einem Konstantin Weckers Zeilen wieder in den Sinn kommen: »[…] trotzdem, Willy, ma muaß weiterkämpfen, kämpfen bis zum Umfalln, a wenn die ganze Welt an Arsch offen hat, oder grad deswegn.«

Ich frage mich ernsthaft, was dem Amt des Bundespräsidenten mehr schadet: Derjenige, der in einem Husarenstück ins Schloss gewählt wurde, oder etwa der Titel der aktuellen Titanic. Das Titelblatt ist eindeutig weit jenseits der Grenze des Anstandes, doch wo ist der gegenwärtige Amtsinhaber des höchsten Amtes unserer Republik dann auf derselben Skala zu finden?

Sicherlich ist es schwer, der ewige Schwiegersohn der Nation zu sein und damit in einem Atemzug mit Florian Silbereisen genannt zu werden, doch darf der Sinn und Zweck des Imagewandels nicht darin bestehen, die Nation über das Vorhandensein der eigenen Integrität im Unklaren zu lassen und sich damit zu rechtfertigen, das eigene Verhalten sei legal gewesen. Stattdessen geht es doch darum, zu zeigen, dass diese eigene Integrität über jeden Zweifel erhaben ist, weil sie eben wahrhaftig ist. Denn dies ist, was das Amt ausmacht: Integrität. Damit ergibt sich auch, dass ein Amtsinhaber, dessen moralische Integrität fragwürdig ist, automatisch dem Amt als solchem Schaden muss.

Und in dieser Hinsicht lassen sich zwei interessante Vergleiche ziehen. Einerseits mit seinem Vorgänger, Horst Köhler, andererseits mit dem Freiherrn zu Guttenberg.

Horst Köhler war integer. Horst Köhler war international und provinziell zugleich: Der Sparkassendirektor in der Weltbank, der für den kleinen Mann in Deutschland und in Afrika gleichermaßen da war. Er gab dem Amt eine persönliche Note, seine Reden wirkten oft unbeholfen, aber eben nicht weniger authentisch. Er stellte sich bei Gesetzesunterzeichnungen quer. Was er dem Reporter des Deutschlandfunks sagte, konnte im Weißbuch der Bundeswehr nachgelesen werden. Damals meinte Jürgen Trittin, der Bundespräsident stünde nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes. Er meinte auch, dem Bundespräsidenten zum Rücktritt raten zu müssen. Ohne Schamröte im Gesicht. Horst Köhler trat zurück. Puterrot vor Wut.

Der jetzige Amtsinhaber hingegen versucht, internationalen Anschein zu erwecken, aber der provinzielle Klüngel haftet an ihm wie ein böser Fluch. Er hält glatte Reden, die genügend Interpretationsraum bieten und unterschreibt brav alles, was ihm vorgelegt wird. Seine Weihnachtsansprachen sind eine erschreckend vorhersagbare Inszenierung von Authentizität, in denen ein einzelner Mensch meint, im nationalen Wir sprechen zu müssen als ob das ganze Land dement sei und er unser Pfleger. Das ist ein An-die-Hand-nehmen von Unmündigen, aber führen ist etwas völlig anderes.

In der Krisensituation ähneln sich die Verhaltensweisen zwischen dem Freiherrn zu Guttenberg und dem jetzigen Familienoberhaupt im Schloss Bellevue. Mit tölpelhafter Plumpheit werden Bauernopfer dargebracht, die nachzuvollziehen so gut wie unmöglich ist. Moralische Integrität, ständig die erste und oberste Spielkarte der beiden Protagonisten, entpuppt sich nun als Karo-Sieben: Der eine war abwechselnd alleinerziehender Vater mit Ehefrau und mehreren Jobs oder verwendete mehrere Computer gleichzeitig, die offenbar nur über Diskettenlaufwerke verfügten und beschrieb das Ganze eher als Versehen, obwohl offensichtlich war, dass dies nicht stimmen konnte. Der andere lässt erklären, er habe sich stets auf dem Boden des Gesetzes bewegt und erst im Zuge der Affäre sei ihm aufgefallen, dass das Ganze offenbar nicht moralisch integer sei und es tue ihm Leid und damit sei die Sache abgeschlossen. Man möchte ihn an seine in der B.Z. abgedruckten Worte vor fast 12 Jahren erinnern, als er sich zur Düsseldorfer Flugaffäre äußerte: »Es ist tragisch, dass Deutschland in dieser schwierigen Zeit keinen unbefangenen Bundespräsidenten hat, der seine Stimme mit Autorität erheben kann. Es handelt sich in NRW offensichtlich um eine Verfilzung mit schwarzen Reise-Kassen jenseits der parlamentarischen Kontrolle. Dies stellt eine Belastung des Amtes und für Johannes Rau dar.«

Die Art und Weise wie beide mit den Vorwürfen umgingen, erinnert mich an dieses hier. Erschreckenderweise ist das eine Satire, das andere will sich als ernsthaft verstanden werden.

Click here to view the embedded video.

Den derzeitigen Amtsinhaber und den Freiherren verbinden übrigens ähnlich ausschauende Besuche in Afghanistan sowie der Ruf, der Liebling der Medien, allen voran Friede Springers dunklem Imperium zu sein. Warum aber erklärt der Amtsinhaber ihrem Statthalter auf derart plumpe Art und Weise einen Krieg, den er verlieren muss? In dieser Hinsicht war die zornige und bewegte Rücktrittserklärung Köhlers ein einseitiges Waffenstillstandsabkommen, das den damaligen Amtsinhaber zum eigentlichen Sieger machte. Für das Amt selbst war der Kampf nur unterbrochen, aber mitnichten beendet. Die Art und Weise der Inthronisierung ließ schon nichts Gutes verheißen, der neue Amtsträger stieg in den Ring. Bereits angezählt und eindeutig in der falschen Gewichtsklasse. Damit würde er sich nicht von der Kanzlerin emanzipieren können. Nicht, dass das ein Problem für sie wäre. Im Gegenteil.

Mit dem Freiherren war es übrigens ähnlich. Nachdem er sein gesamtes moralisches Gewicht als frischgebackener Wirtschaftsminister im Zuge der Opel-Rettung in die Waagschale geworfen hatte, war es um ihn geschehen. Die Kanzlerin bediente sich aus dieser Waagschale und ließ einen entleerten medial erfolgreichen Rhetoriker zurück, der sich in seinem Ressort austoben durfte, sich aber bitte nicht mehr in die ernsthaften Dinge des Lebens einzumischen habe.

Mit dem Amtsinhaber fiel es ihr sogar noch leichter, nicht zuletzt auch dank der Kooperation der Opposition, die einen Kandidaten mit absoluter moralischer Integrität aufstellte, gegen die ein niedersächsischer Ministerpräsident mit anderthalb Legislaturperioden nicht ankommen konnte. Dass er dennoch im dritten Durchgang gewählt wurde, lag nicht zuletzt auch daran, dass die Kanzlerin ihre Schäfchen zur Ordnung rief. Also ein weiteres entkerntes Männchen im Dunstkreis der Kanzlerin.

Im Augenblick sehen wir ungläubig zu, wie der Amtsinhaber des höchsten Amtes im Staate sich verhält, wie Monty Pythons Schwarzer Ritter, der seine eigene Niederlage nicht begreifen will: Bereits im Fall behauptet er steif und fest, noch immer fest im Sattel zu sitzen. Das schadet dem Inhaber, in weit höherem Maße aber dem Amt.

Click here to view the embedded video.

Dieses Mal stehen die politischen Parteien Gewehr bei Fuß, Herr Gabriel sieht eine Staatskrise aufziehen, sollte der Rücktritt wahr werden, und auch die Unionsparteien versuchen nachdrücklich, aber unauffällig, die hochfliegenden Bälle flach zu bekommen. Ich glaube, sie schaden damit nicht nur dem höchsten Verfassungsamt sondern ihrem eigenen auch. Das allerdings wird nur eines zeigen: Die Staatskrise lässt sich nicht mehr unter den Teppich kehren, sie ist real:

  • Eine Koalition, deren Friede ohne ständige Verlautbarungen nicht bemerkt würde,
  • eine CDU, die sich hilflos im Kreise dreht und am Ende aus urchristlicher Barmherzigkeit dem Koalitionspartner zuliebe die Sterbehilfe legalisieren wird,
  • eine FDP, deren Fall erleben zu müssen einen nur peinlich berühren kann,
  • eine SPD, die sich stärker darum dreht, die K-Frage durch Nichtbeantwortung zu beantworten,
  • die Grünen, die durch den Atomausstieg und ihre Generationsblockade verdrängen, dass sie gerade in eine Sinnkrise stürzen und
  • eine Linke, die nicht mehr als ein Hintergrundrauschen ist, das gelegentlich auf den Boulevardseiten auftaucht.

Am liebsten möchte man laut schreien: »Das ist doch alles nicht wahr!« Nur: Das ist es.

Könnte man wenigstens das oberste Verfassungsamt wieder zu etwas Würde verhelfen! Der Fisch stinkt ja bekanntlich immer vom Kopf her. Vielleicht mit Joachim Gauck. Doch dieser Coup gelingt nicht noch einmal und ich glaube, er würde es auch jetzt nicht mehr machen wollen. Er ist schließlich Pfarrer und keine Trümmerfrau. Oder Norbert Lammert. Der ist jedoch bereits der zweite Mann im Staate und ist für das Parlament, was der Bundespräsident für die Nation sein sollte. Allerdings könnte er dem Amt wieder zur notwendigen Würde verhelfen. Heiner Geißler ist zu alt, obwohl ich glaube, dass das eine sehr unterhaltsame Legislaturperiode werden würde. Die FDP könnte Gerhart Baum aus dem Hut zaubern und damit ihre eigene politisch-moralische Kehrtwende einläuten. Das würde zwar auch bedeuten, dass einige austräten, allerdings könnte dies die letzte Chance sein, sich auf dem ohnehin knappen Parkett des deutschen Liberalismus erfolgreich gegen die Piraten zu behaupten. Oder die Grünen? Vielleicht finden sie am Ende noch einen Kandidaten. Joschka Fischer! Vielleicht würde er diverse Gesetze mit der Bemerkung »not convinced« zurückgehen lassen und der politischen Elite tüchtig die Leviten lesen. Oder Gregor Gysi, würde er sein Parteibuch abgeben und sich als unabhängiger Kandidat aufstellen lassen. Da könnte man doch mal schauen, wieviel Sätze wie »Wenn der nur nicht in dieser Partei wäre, ich tät’ ihn sonst wählen« wirklich wert sind.

Doch eigentlich drehen wir uns nur um uns und unsere Unterhaltung. Wir durchforsten die Gazetten und Talkrunden, in der Hoffnung, in all der heißen Luft auf ein Informationsneutrino zu stoßen, dass uns die Erleuchtung bringt. Stattdessen sollten wir uns fragen, wer unser Land in der Zwischenzeit regiert. Bei all den Verlautbarungen, bei all den Talkrunden am späten Abend, den frühen Radiointerviews, den Anfragen um eine Stellungnahme um irgendwelche dahergelaufenen Randnotizen, wer hat da eigentlich noch die Zeit, dieses Land zu regieren?

Die, die nicht viel reden: Bürokratie und Wirtschaft. Also diejenigen Akteure im Spiel, die moralische und ethische Implikationen ihres Wirkens von vornherein ablehnen (Weshalb nicht nur für Hannah Arendt die Bürokratie auch das Böse darstellt).

Und dann bleibt einem die Luft zur Empörung weg und zurück bleibt eine schale Erkenntnis: Es ist wahr. Nur der Schritt zum oder grad deswegen scheint uns nicht zu gelingen. Es scheint, als ob Herman van Veen doch Recht hatte:

»Und wenn die ganze Erde bebt,
das Fernsehvolk bleibt unberührt,
weil der, der nur am Bildschirm klebt,
die Wirklichkeit nicht mehr spürt.«

Ich glaube, es ist an der Zeit, den Geist dieser Republik zu reformieren. Das geschieht allerdings nicht von allein. Wir müssen uns von bequemen Unwahrheiten verabschieden und uns mit einigen unbequemen Wahrheiten auseinandersetzen. Vielleicht ändern wir auch nicht sofort alles, aber einiges. Wir könnten zum Beispiel damit anfangen, weniger fernzusehen und stattdessen miteinander reden; anfangen, die Wirklichkeiten wieder zu spüren, anstatt sie nur zu konsumieren. Das geht sogar daheim.

 


flattr this!

2 January 2012 at 22:06 - Comments

zeit/formen

etwas gestern
steckte heute
tief im morgen

versteckt offenbarte
gestern was morgen
offenbar versteckte

heute blieb
verborgen
blieb gestern

ich sah
heute anders
als ich
gestern sah

heute
wurde was
morgen
gewesen war

am ende
würde
gestern
morgen

 


flattr this!

1 January 2012 at 23:57 - Comments

Mietzekatzenneujahrsschlaf.

derliebemarcus posted a photo:

Mietzekatzenneujahrsschlaf.

lightbox.com/DnXsrSu

1 January 2012 at 19:10 - Comments

Untitled

derliebemarcus posted a photo:

Untitled

lightbox.com/5d7VOQ5

31 December 2011 at 02:04 - Comments

Untitled

derliebemarcus posted a photo:

Untitled

lightbox.com/OFgRzZY

31 December 2011 at 00:08 - Comments